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Ki10 und 11 im Schülerkonzert Weikersheim

Rothenburg – Weikersheim, 11.12.2025. Einmal im Jahr lädt die Tauberphilharmonie in Weikersheim zu einem Schülerkonzert ein.

In diesem Jahr waren die beiden Klassen der Berufsfachschule für Kinderpflege aus Rothenburg mit ihren begleitenden Lehrkräften, Ann-Kathrin Gundermann, Patrick Wiesinger und Ulrich Sperrle mit dabei. Zu hören war das noch sehr junge Kammerorchester „Il Pomo d’Oro“ mit 23 Musikerinnen und Musikern aus 13 Ländern.

Phil1Sie hatten eine spannende und mitreißende Auswahl an verschiedenen Concerti Grossi von Arcangelo Corelli, Georg Friedrich Händel und Charles Avison vorbereitet, dazu den berühmten Kanon in D-Dur von Johann Pachelbel. In einer kleinen Einführung stellte der Intendant der Tauberphilharmonie, Johannes Mnich,  „Il Pomo d’Oro“ vor, erklärt, was man unter einer „historischen Aufführungspraxis“ versteht. Grundsätzlich, so Mnich, sind die Instrumente tiefer gestimmt, als heutzutage üblich. In der Mitte des Kammerorchesters steht ein zwei-manualiges Cembalo. Das klingt ganz anders, als ein moderner Konzertflügel. Bei Flügel schlagen Hämmerchen auf die Saiten eines Tones, während bei einem Cembalo Kiele an den Saiten zupfen, erklärt Mnich.

500 Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse bis hin zu den weiterführenden Schulen sind in das Konzert gekommen. Sie lauschen interessiert den Tönen, die Chefdirigent Maxim Emelyanychev dem Cembalo entlockt. Ein wenig Bach spielt er, dann zeigt er durch das Zuziehen von Registern die ganze Klangfülle des Instruments. Jetzt wird noch einmal gestimmt und dann geht es los. Weihnachtlich-festliche Klänge von Corelli erfüllen die Tauberphilharmonie. Für manche der Schülerinnen und Schüler war die Musik neu, ungewöhnlich, ungewohnt. Doch alle waren ruhig, hörten zu, ließen die Musik auf sich wirken. Maxim Emelyanychev dirigiert vom Cembalo aus, hat ein modernes Tablet statt Notenblättern vor sich. Das Ensemble tritt in ganz normaler Alltagskleidung auf, ist damit nahe bei den jungen Leuten, nimmt die Schwellenangst. Die meisten der Musizierenden spielen im Stehen, haben Blickkontakt.

Phil2Ein wenig zu früh kommt der erste Applaus, schon nach dem ersten Satz wird geklatscht. Das veranlasst den Ensembleleiter, die Sätze ein wenig dichter aufeinander folgen zu lassen. Und die Musiker wenden sich den Zuhörenden zu, wenn ein Concerto zu Ende ist. Weniger bekannt ist der englische Barockkomponist Charles Avison, außerordentlich hörenswert seine Concerto grosso. Gebannt folgen die Kinder und Jugendlichen den Musikern, die sich die Töne regelrecht zuspielen, sie aufnehmen, in einem großartigen Gesamtklang verschmelzen lassen. 

„Il Pomo d’Oro“ fördert die musikalische Bildung von Kindern,  ist u. a. offizieller Botschafter von El Sistema Greece, einem humanitären Projekt, das Kindern in griechischen Flüchtlingslagern kostenlose Musikausbildung bietet, spielt Benefizkonzerte. Daneben gibt es die „Il Pomo d’Oro Academy“, die In ihrer zukünftigen Residenz in Monte San Savino, Italien, Workshops und Musikunterricht für Kinder anbietet.

Das Konzert in Weikersheim ist bei den Schülerinnen und Schülern gut angekommen, von „Spitze“ bis „eigentlich hab ich was anderes erwartet, aber es war trotzdem toll“ war alles an Kommentaren zu hören. Für viele der jungen Menschen war es der erste Kontakt mit barocker Musik in einem Konzertsaal. In Weikersheim jedenfalls will man die Jugendkonzerte weiterführen. So hat sich das Konzept, ein Vorkonzert als Schülerkonzert und am gleichen Tag ein Weihnachtskonzert mit einem etwas umfangreicheren Programm anzubieten, bewährt. Die angehenden Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger aus Rothenburg sind auch im kommenden Jahr wieder gerne mit dabei. -M. Schwandt-

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